letzte Aktualisierung:    16.3.2012

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ganzheitliche Biss-Diagnostik
  • Die Zahnstellung und die Länge der Zähne bestimmen den Biss und die Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer. Störungen des Bisses verschlechtern die Kieferhaltung und stören die Körperhaltung:
  • Ein zu langer Zahn, eine zu hohe Krone oder Brücke verhindert, dass der Unterkiefer in seiner normal entspannten Haltung zubeissen kann. Auf der Seite, wo die Zähne dadurch relativ zu kurz sind, muss der Unterkiefer mit mehr Kraft hochgezogen werden, damit die Zähne auch dort Kontakt bekommen. Das bewirkt Verspannungen: erst in den Kaumuskeln , dann über die Muskelketten auch in den Rumpfmuskeln. Die möglichen Folgen: Spannungskopfschmerz, Schwindel, Ohrensausen (Tinnitus), Kiefer- und Gesichtsschmerz, krumme Wirbelsäule (Skoliose), schiefes Becken, scheinbar ungleiche Beinlänge (funktionelle Beinlängendifferenz), Schmerzen an Rücken, Schulter, Arm, Hüfte, Knie oder Sprunggelenk, Achillessehne, Karpaltunnelsyndrom. Viele scheinbar othopädische Probleme haben hier ihre Ursache oder Verstärkung
  • Der zu lange Zahn wird von den Gegenzähnen zu weit in sein Knochenfach gedrückt. Der ständige Druck führt zu einer chronischen und (fast) schmerzfreien Entzündung, oder zu einer akuten schmerzhaften Entzündung der Wurzelhaut. Dadurch entstehen scheinbar unerklärliche Zahnschmerzen an Zähnen, die eigentlich völlig gesund erscheinen. Sie  haben kein Loch, oder sie haben eine perfekte Wurzelfüllung bekommen  und tun immer noch weh. Im Röntgenbild sieht man fast nichts, nur einen dünnen schwarzen Strich im Übergang der Zahnwurzel zum Knochen. Wenn der Zahnarzt den nicht beachtet, kann er leicht zu einer Fehlentscheidung kommen: Entweder er macht nichts, weil “alles in Ordnung” zu sein scheint, und die Schmerzen bleiben. Oder er macht eine Wurzelfüllung, weil er an eine Nervenentzündung (Pulpitis) glaubt, und der Zahn schmerzt weiter. Oder er zieht den Zahn, weil der ja schon eine Wurzelfüllung hat und sonst “nichts mehr zu machen” ist. Dann ist der Schmerz weg, die Entscheidung war scheinbar richtig, aber ein sorgfältiges Kürzen der zu langen Stelle hätte den gleichen Erfolg gebracht. Dabei geht es meistens nur um Hundertstel bis zehntel Millimeter!
  • Die chronische Wurzelhautentzündung kann genauso ein Herd sein wie ein toter Zahn oder eine chronische Nervenentzündung. So manche innere Erkrankung hängt damit zusammen.

Vor der Diagnostik und Therapie der Bissverhältnisse muss unbedingt die Körperhaltung untersucht werden: Gibt es Verspannungen im Rumpf, eine asymmetrische Haltung?. Diese muss unbedingt zuerst behandelt werden. Direkt anschließend wird geprüft, ob das feste Zusammenbeißen der Zähne die schlechte Körperhaltung wieder hervorruft. Erst dann kann entschieden werden, ob der Biss wirklich in Ordnung ist  und was korrigiert werden muss.

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